Kulturlotse

Sudden Confusion | Kerstin Bruchhäuser & Gesa Glück

13.08.2022 - 26.08.2022, Nur Dienstag, Freitag und Samstag
Die beiden Künstlerinnen nehmen das diesjährige Jahresthema „Der Palast ist leer“ des nachtspeicher23 e.V. wortwörtlich und widmen sich königlichen Insignien der Macht. Diese werden dekonstruiert, in neue Kontexte gesetzt und fordern die Betrachtenden zur Auseinandersetzung mit alltäglichen Machtkämpfen heraus.

Kerstin Bruchhäuser präsentiert eine textile Installation, die sich sowohl formal als auch inhaltlich mit der Beschaffenheit von historischen Krönungsroben auseinandersetzt. Die Arbeit Coronation Robe führt mit ihrer überdimensionierten Länge von elf Metern die Maße von Krönungsgewändern ad absurdum. Mittelalterliche König*innen erinnert nahmen ihre kostbaren Wandbehänge mit, wenn sie von Burg zu Burg zogen. Die Vorhänge waren ein mobiles Symbol der Macht, die einem Raum entzogen wurden und sich im neuen Raum wieder entfalten konnten. Das Kimono-ähnliche Objekt der Installation ist sowohl Gewand als auch Vorhang, füllt den Raum vom Schaufenster bis in den hinteren Bereich, mündet in einer Art Baldachin und prägt damit maßgeblich die Raumerfahrung. Statt kostbarer Materialien nutzt die Künstlerin Materialreste vorheriger Arbeiten aus Baumwolle und verweist mit der Wiederverwendung auf die Notwendigkeit nachhaltiger Arbeitsweisen im textilen und künstlerischen Kontext. Das textile Material ver- und enthüllt gleichermaßen, sodass durch die Installation zudem die Grenzen zwischen Innen und Außen, dem Privaten und dem Öffentlichen, ausgelotet werden.

Bruchhäusers textile Installationen sind inspiriert von jener koreanischen Patchwork-Technik, die „Bojagi“ oder auch „Pojagi“ genannt wird. Es handelt sich dabei um aus Stoffresten zusammengenähte beidseitig verwendbare Textilien, die traditionell zum Einwickeln von Geschenken, als Tischdecke oder Bettüberwurf benutzt werden. Kerstin Bruchhäuser greift diese Technik auf, inszeniert mit gebrauchten Textilien grafische Muster und symmetrische Anordnungen, die Assoziationen von Bleifenstern hervorrufen können.

Gesa Glück dekonstruiert in ihrer Arbeit das berühmteste königliche Machtsymbol: den Thron. Sie überführt die ihm zugeschriebene Handlungsmacht auf spielerische Weise ins Heute und ruft auf zur Inthronisierung. Das Zitat „Jeder Mensch wird Manager seines eigenen Ichs“ aus dem Buch „Ego, das Spiel des Lebens“ von Frank Schirrmacher war Ausgangspunkt für die Idee des Projekts. Durch andauernde Machtkämpfe und den Drang zur Selbstoptimierung stehen die Menschen ständig vor der kollektiven Aufgabe, sich einen eigenen Thronplatz zu erschaffen. In der Installation der Künstlerin wird eine Zusammenstellung von aus Papier gefertigten Thronen zum interaktiven Schauplatz dieser Bestrebung. Mittels Faltbögen sind die Besucher*innen selbst aufgerufen, sich ihren eigenen Thron zu basteln. Konstruiert aus dünnem Material und aufgrund ihrer geringen Größe, versinnbildlichen die Throne die Absurdität des Unterfangens: Die Machtsymbole sind dysfunktional, die Inthronisierung misslingt.

Die Faltbögen beruhen auf dem Grundmotiv einer Figur, die siegessicher, als Symbol des Willens zu Macht, einen Arm nach oben streckt. Als übergroße, sakral anmutende Figur an der Wand, die auf die Miniaturen herabschaut, verstärkt sie den Kontrast zwischen Streben und Scheitern.

Veranstaltungszeit:
Vernissage am 12.08.2022: 19-22 Uhr (👉🏼www.kulturlotse.de )
Ausstellung: 13.08.-25.08.2022: Dienstag und Freitag 19-21 Uhr, Samstag 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
Finissage am 26.08.2022: 19-21 Uhr

Quelle: nachtspeicher23.hamburg

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