Kulturlotse

Vortrag: Petra Terhoeven: Deutscher Herbst in Europa

Dienstag, 24. März 2015
Der Linksterrorismus der siebziger Jahre als transnationales Phänomen

Die Radikalisierung der ersten Generation späterer deutscher Linksterroristen seit 1967 hat sich in einem engen Wechselverhältnis mit ausländischen, vor allem italienischen Gesinnungsgenossen vollzogen. Die dichten grenzübergreifenden Kontakte der linksradikalen Szene innerhalb Westeuropas blieben für die Geschichte des deutschen Terrorismus von zentraler Bedeutung.
Nach der Inhaftierung der RAF-Gründer im Jahre 1972 behaupteten einige ihrer Strafverteidiger, linke Systemgegner seien in der Bundesrepublik gezielten, an NS-Praktiken erinnernden, Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt. Das Bild vom deutschen Mörderstaat kulminierte in der westeuropäischen Öffentlichkeit mit der Todesnacht von Stammheim: Mit ihrem von eigener Hand herbeigeführten, aber als Staatsmord inszenierten Tod bedienten die RAF-Gründer nicht nur europäische Ängste vor einer Wiederkehr des deutschen Ungeistes. In Italien führte der Deutsche Herbst zu einer weiteren Radikalisierung der gewaltbereiten Linken und verstärkte indirekt die Reihen der Roten Brigaden.

Prof. Dr. Petra Terhoeven, Professorin für Europäische Kultur- und Zeitgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen

Moderation: Dr. Wolfgang Kraushaar, Politikwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung

Veranstaltung im Rahmen der Hamburger Vorträge zur Gewaltgeschichte

Beginn der Veranstaltung: 20:00 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr)

Quelle: www.his-online.de

HIS, Hamburger Institut für Sozialforschung
Mittelweg 36
20148
Hamburg (Rotherbaum)

150m Böttgerstraße
450m Alsterchaussee
450m Museum am Rothenbaum
550m Johnsallee
600m Fontenay
600m Hallerstraße
600m U Hallerstraße

450m Rothenbaumchaussee / Binderstraße

200m Ein Parkplatz (werktags 10 - 18 h) bei "Milchstraße 32"
200m Ein Parkplatz bei "Bei St. Johannis 10"
250m Ein Parkplatz bei "Mollerstraße 20"

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