Kulturlotse

Vortrag Oliver Nachtwey "Der Fahrstuhl fährt wieder nach unten"

Donnerstag, 10. Juli 2014
Zur Entstehung einer Abstiegsgesellschaft

Die alte Bundesrepublik war eine Gesellschaft des sozialen Aufstiegs. Nach dem 2. Weltkrieg wurden alte Klassenschranken abgetragen, die unteren Klassen fuhren durch den kollektiven "Fahrstuhleffekt", wie es Ulrich Beck einmal formuliert hat, mit nach oben. Die Ungleichheiten zwischen Oben und Unten blieben bestehen, sie verloren aber an Bedeutung, weil es allen besser ging. Diese Entwicklung war mit der Entfaltung einer sozialen Bürgerschaft verbunden, die soziale Rechte und Mitbestimmungsrechte gewährte.
Seit den neunziger Jahren fährt der Fahrstuhl für viele Arbeitnehmer langsamer oder gar nicht mehr nach oben, für einige fährt er nach unten. Aus der Gesellschaft des kollektiven sozialen Aufstiegs und der sozialen Integration ist eine Gesellschaft des asymmetrischen Abstiegs und der Prekarität geworden. Auch die soziale Bürgerschaft verliert an allgemeiner Geltung. Für bestimmte Gruppen, zum Beispiel für Leiharbeiter oder befristet Beschäftigte, treten vermehrt Defizite in ihrem Status als Sozialbürger auf, was neue Klassenstrukturierungen zur Folge haben könnte. Diese Entwicklung beginnt den sozialen und demokratischen Konsens der alten Bundesrepublik in Frage zu stellen.

Dr. Oliver Nachtwey, Wirtschaftssoziologe; bis Juni 2014 Gastwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung; Mitarbeiter im Fachbereich Soziologie der Universität Trier

Moderation: Dr. Philipp Staab; Soziologe; Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Zukunftsproduktion am Hamburger Institut für Sozialforschung, Lehrbeauftragter an der Universität Kassel

Einlass ab 19.30 Uhr
Beginn ab 20 Uhr

Quelle: www.his-online.de

HIS, Hamburger Institut für Sozialforschung
Mittelweg 36
20148
Hamburg (Rotherbaum)

150m Böttgerstraße
450m Alsterchaussee
450m Museum am Rothenbaum
550m Johnsallee
600m Fontenay
600m Hallerstraße
600m U Hallerstraße

450m Rothenbaumchaussee / Binderstraße

200m Ein Parkplatz (werktags 10 - 18 h) bei "Milchstraße 32"
200m Ein Parkplatz bei "Bei St. Johannis 10"
250m Ein Parkplatz bei "Mollerstraße 20"

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