Kulturlotse

Vernissage "Wish You Were Here" Oliver Kunz - Aquarelle

Sonntag, 10. November 2019
Vernissage 18 - 20 Uhr mit Lugana und einer Laudatio von Hawe Herbig in gemäßigter Lautstärke während der Nachmittagsvorstellung.
Wer möchte besucht gerne im Anschluß den frisch preisgekrönten Film "Lara" um 20:15 Uhr ebendort. Der Regisseur Jan-Ole Gerstner hat kürzlich für dieses Werk den 'Förderpreis Neues Deutsches Kino' in Höhe von 30.000 € gewonnen.
Wish You Were Here - schöne Orte in Aquarell. Ausstellung zum Thema Aquarell - landscapes

Aquarell – eine kleine Verständnisführung
Die Aussage : „Habe in der Schule auch mit Wasserfarben gemalt“ ist fernab von der tatsächlichen Aquarellmalerei. Obwohl sich die Aquarelltechnik seit dem 9.Jahrhundert n. Chr. stetig in der Weiterentwicklung befindet wird sie zumindest in Deutschland relativ verächtlich betrachtet. Eine gewisse Anerkennung erfuhr sie durch Albrecht Dürer Anfang des 16.Jahrhunderts, dann erst im 18. Jahrhundert durch William Turner und später erst durch Paul Cézanne und in Deutschland durch Emil Nolde und Christian Modersohn. Das hört sich schon nach Einzelfällen an, ist aber nicht ganz richtig so.

Schnell – spontan – skizzenhaft
Grundsätzlich ist die Aquarellmalerei die „sportlichste“ Malerei bzw. die ideale Reisemalerei.
Sportlich deshalb, weil in der Regel das Papier vor dem Malen mit Wasser getränkt wird, damit die Farbpigmente auch in die Tiefe eindringen können. Ist der Untergrund ausgetrocknet bleibt die Farbe nur an der Oberfläche und ein flüssiges malen kann nicht mehr stattfinden. Als Reisemalerei ist die technik hervorragend geeignet, weil das Malequippment sehr klein sein kann. Es gibt Aquarellkästen die kaum größer als eine Zigarettenschachtel sind und Papiere im Postkartenformat.
Von der Skizze zum Bild
In der Regel handelt es sich beim Aquarell um eine farbige Skizze, die häufig mit einer stark vereinfachten Bleistift- oder Tuscheskizze beginnt und dann von den Farbflächen ausgefüllt oder umgeben wird. Diese werden oft nicht genau ausgemalt und der Rand den die Farbfläche bildet (um-)spielt die Bleistiftskizze, was eine gewisse Lässigkeit oder Dynamik ins Bild bringt.
Das Besondere ist die enorme Transparenz der einzelnen Farben, die teilweise in drei Lagen übereinander noch das Darunterliegende erkennen läßt. Daher zeichnen sich Aquarelle durch besonders helle, zarte und transparente Lichtstimmungen aus. Jede Farbe hat eine eigene besondere Eigenschaft, wie sie verläuft in feuchte Flächen „ausblumt“, oder markant an den Rändern abbindet, das dadurch neue Linien entstehen. Durch das sehr flüssige Arbeiten und teilweise starke Körnung bzw Struktur der Papiere (teilweise bis 640gr/m² handgeschöpftes Büttenpapier) sind hier Details nicht gefragt. Eine Ausnahme bildet hier die Darstellung von Pflanzen und Tieren zur Katalogisierung und Erforschung. Es geht aber hier vorwiegend um die Darstellung des Gegenstandes, Landschaft, oder einer Stimmung bzw. Gefühls.., was vorwiegend durch die Eigenschaft jeder einzelnen Farbe ausgedrückt wird kalt/warm, schwer/leicht, sonnig/schattig, dumpf/klar und so weiter. Jede Farbe gibt für sich selbst schon eine Art Gefühl dem Betrachter und deshalb werden sie auch solo für sich benutzt und nur seltenst gemischt, denn auch hier gilt je mehr Farben vermengt werden, desto grauer oder beliebiger wird das Ergebnis.
Noch erwähnenswert ist die Vorgehensweise des umgekehrt oder negativ Denkens :
Es gibt kein Weiß !
Anders als mit Deckweiß aus dem Schultuschkastens müssen deshalb weiße Flächen vom ersten Moment an ausgespart werden, sie „malen“ sich durch den Hintergrund und das Drumherum selbst. Das erfordert schon eine gewisse Vorrausplanung im Kopf, denn das Ergebnis ist dann irreversibel, ganz anders als bei der Öl- oder Acrylmalerei, wo man hinterher noch Stunden, Tage oder Monate später noch korrigieren und ändern kann. Dennoch haben diese Techniken zumindest in den Köpfen einen höheren Stellenwert eines richtigen Gemäldes. Das ist z.B. in anderen Ländern anders. Professor Arne Isacsson (1917-2010) war in einem Trio Mitbegründer der Gerlesborg School of fine Art an der schwedischen Westküste und hat dort im Grunde eine Aquarellwissenschaft entwickelt, wurde von Gustav Adolf VI. mit der Medallie der königlichen schwedischen Leibgarde ausgezeichnet und erhielt auch die höchste zivile Auszeichnung, das Illis Quorum für seine Verdienste als Pädagoge vorwiegend für die Aquarelltechnik. Unweit der Gerlesborgskolan auf der Halbinsel Tjörn entstand das Nordische Akvarellmuseum, das 2010 zum “Museum des Jahres“ gewählt wurde. Von diesem hohen Stellenwert des Aquarells in der Kunst sind wir sehr weit entfernt, aber ich hoffe mit diesen Zeilen diese wunderbare Technik etwas näher gebracht zu haben.

Barrierefreiheit

eine Stufe vor dem Eingang. Parkplatz vor der Tür
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Ort

Elbe - Filmtheater
Osdorfer Landstraße 198
22549
Hamburg (Osdorf)

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450m Sandort
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750m Blomkamp

Stadtrad-Station

850m Osdorfer Landstraße / Elbe-Einkaufszentrum
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