Wie meine anderen Arbeiten ist auch diese Serie von der Natur inspiriert, von Zeichen und Symbolen, die tief in der Kunst verwurzelt sind. Im Zentrum stehen hier nicht die natürlichen Kräfte und ihr Zusammenspiel, sondern Verzerrung, Manipulation und die Erfahrung einer sich ereignenden Katastrophe. Ich begreife die Malerei als Möglichkeit, diese Katastrophe sichtbar und erfahrbar zu machen, aus der Perspektive einer Zeugin, deren Wahrnehmung die Wahrheit berührt.
Der Titel der Serie bezieht sich auf zwei grundlegende Begriffe aus den Gathas, dem ältesten Teil des Avesta, der heiligen Schrifttradition des Zoroastrismus, die Zarathustra zugeschrieben werden. Asha steht für Wahrheit, Ordnung und Harmonie mit der Wirklichkeit und der Natur. Druj bezeichnet dagegen die Leugnung der Wahrheit, den Bruch mit der natürlichen und kosmischen Ordnung und die daraus resultierende Entfremdung. Doch Asha und Druj sind nicht einfach nur mit „Gut“ und „Böse“ gleichzusetzen.
In meinen Bildern werden diese Kräfte zu einer universellen menschlichen Erfahrung: dem Spannungsfeld zwischen Licht und Dunkelheit, Wissen und Verleugnung, Harmonie und Widerstand. Farben und Formen werden symbolisch eingesetzt, zusammen mit dem Motiv der Geranie, die dem Gegensatz und Konflikt zwischen Asha und Druj ausgesetzt ist. Meine Arbeiten verstehen sich als Meditation über den Menschen in seiner Beziehung zur Natur und über die zunehmende Ausbreitung von Macht. Für mich liegt eine wesentliche Aufgabe der Kunst darin, Geschichte wahrhaftig zu bezeugen. Malerei wird so zu einer Sprache, die nicht die Wirklichkeit verzerrt, sondern versucht, ihre Wahrheit sichtbar werden zu lassen.
Sie sind herzlich eingeladen und wir freuen uns über Ihren Besuch.
Vernissage Fr 25. September 2026 19 Uhr
Finissage So 4. Oktober 15 bis 18 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend.
Weitere Öffnungszeiten: Mi bis Sa 15:00 - 19:00 Uhr
Beginn der Veranstaltung: 19:00 Uhr
Quelle:
theyard.gallery