Kulturlotse

SpelunkenKino: „Palette Revisited“ (2005) und „Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters“ (1966)

Mittwoch, 16. Januar 2019
Im Januar stehen zwei dokumentarische Filme mit Gästen auf dem SpelunkenKino- Programm, die das Hamburger Kneipen- und Hafenleben der 50er und 60er Jahren lebendig werden lassen.

Palette Revisited
Eine Kneipe - Ein Roman
D 2005, 67 Min., Regie u. Drehbuch: Theo Janßen

Die Hamburger Kellerkneipe "Palette" eröffnet Anfang der 50er Jahre und ist schon bald darauf mehr als nur eine lokale Stammkneipe in der sich unständige Hafenarbeiter, Künstler, Kleinkriminellen und sogenannte „Gammler“ treffen. In die Palette zieht es Jugendliche aus ganz Deutschland - sie wird zum Sammelpunkt für Ausreißer, Nonkonformisten, Beatniks und all jene, die sich der Integration in die Wirtschaftswundergesellschaft ihrer Eltern entziehen wollen. Von hier aus bricht man auf zu Tramptouren ins europäische Ausland, trifft Leute die einem vorübergehend einen Schlafplatz oder auch einen kurzfristigen Job vermitteln und es entsteht eine eigene Sprache: der „Paletten-Jargon“.

Heute steht in der ABC-Straße 11, in der die Palette 1964 auf behördliche Anweisung hin geschlossen wurde, nicht mal mehr das kleine, zweigeschossige Haus und die Erinnerung an die "Palette" wäre so gut wie ausgelöscht, wenn ihr nicht der Schriftsteller Hubert Fichte mit seinem 1968 erschienen Roman "Die Palette“ ein Denkmal gesetzt hätte.

Filmregisseur Theo Janßen rekonstruiert, ausgehend von Fichtes Figuren und Romanszenarien, die gesellschaftsverändernde Bedeutung der Palette als Kinderstube der Subkultur und der nachfolgenden 68er-Revolten. In seinen Gesprächen mit den realen, ehemaligen Palettianern und anhand historischen Foto- und Filmmaterials wird die unnachahmliche Aura der verschwunden legenda?ren Hamburger Spelunke „Palette“ wieder sichtbar.

Zu Gast: Theo Janßen und ehemalige Palettianer

Vorab:
Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters
D 1966, 13.10 Min., von Leonore Mau u. Hubert Fichte

Der Film schildert den Tagesablauf des unständigen, täglich neu Arbeit suchenden, Hafenarbeiters Mac. Er steht auf der untersten sozialen Stufe der Arbeiter-Hierarchie - „Dabei wollte er eigentlich den Strand von Copacabana rot färben und Rinder züchten am Amazonas.“ - „... um zwanzig nach sechs der erste Aufruf – Zigaretten rauchen – auch die Miete drängt – : Bananen liegen an - Stückgut, Zuckerdampfer auf Reder, Autoverladung, Expeller mit Schmutzgeld. Um halb sieben ist der Name dran – endlich.“

Hubert Fichtes literarischer Kommentar greift zum Teil die Sprache der Hafenarbeiter auf und verfugt sich wunderbar mit Leonore Maus kunstvollen Schwarz-Weiß-Fotografien. Zusammen ergibt sich eine präzise gebaute Reportage über Arbeit und Freizeit und die sozialen Bedingungen im Hamburger Hafenmilieu der 60er Jahre.

Zu Gast: Nathalie David (Filmemacherin u. ehemalige Assistentin von Leonore Mau)

SpelunkenKino noch bis März 19 jeden 3. Mittwoch im Monat!

Einlass ab 19:00 Uhr, Beginn 20:00 Uhr
Hafenbahnhof, Große Elbstraße 276, 22767 Hamburg

verbindliche Reservierung möglich unter: spelunkenkino@hafenbahnhof.com

Quelle: www.hafenbahnhof.com und www.facebook.com

Barrierefreiheit

Neben der Treppe lange Rampe und folgend ebenerdiger Weg zum Eingang.
Die Hotline von Barrierefreies Hamburg informiert Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, wie sie Orte sicher erreichen können. Besetzt Mo-Do, 9-14 Uhr: 040 - 645 81 20 00

Ort

Hafenbahnhof
Große Elbstraße 276
22767
Hamburg (Altonaer Fischmarkt)

HVV Stationen

100m Neumühler Kirchenweg
300m Elbberg
350m Susettestraße
400m Rothestraße
500m Dockland (Fischereihafen)
550m Fährterminal Altona
600m Fischers Allee

Stadtrad-Station

550m Ottenser Marktplatz - 16 Plätze
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