Die Forderung, Grönland zu kaufen, Maduros Entführung oder die Bomben auf Iran, alles seit Jahresbeginn, zeigen mit großer Deutlichkeit: Es wird nicht einmal mehr versucht, völkerrechtliche Regeln argumentativ auszuhebeln. Sie werden schlicht ignoriert.
Kriegerische Gewalt wird zunehmend (wieder) zu einer Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Und die UN bekommt mit dem von Trump auf Lebenszeit geleiteten "Friedensrat" Konkurrenz. In Zeiten dieses Rückfalls in eine Welt des Stärkeren wirken Aushandlungen zwischen Staatsvertreter*innen oder internationale Verträge wie Relikte aus einer anderen Zeit. Viel zu langsam, zu mühsam, zu ineffektiv.
Der Diplomat Martin Kobler argumentiert in seinem Buch „Weltenbeben“, dass Europa trotz aller Disruptionen auf eben diese altbewährten Formate setzen sollte, auch mittels neuer Allianzen etwa mit Ländern vom afrikanischen Kontinent. Mit Martin Kobler wollen wir über die Möglichkeiten von Diplomatie und Multilateralismus in schwierigen Zeiten diskutieren, von deren Potenzial er selbst zutiefst überzeugt ist.
Mit Martin Kobler – früherer Diplomat, unter anderem tätig in Ägypten, Irak, Kongo und Libyen
Veranstaltungsort: Vortragssaal
Veranstaltungszeit: 19:00 - 21:00 Uhr
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Hamburg
Quelle:
calendar.boell.de