Kulturlotse

gemEINSAM ::: Gruppenausstellung

24.01.2019 - 24.02.2019
Eröffnung am Donnerstag, den 24. Januar 2019 um 20 Uhr, Gruppenausstellung vom 24.01 – 24.02.2019

Zusammen sind wir stark, oder allein geht’s besser? Die neue Gruppenausstellung in der xpon-art widmet sich dem Thema gemEINSAM und geht darin den Spielarten des Kollektiven wie der poetischen Melancholie der Ein- und Zweisamkeit nach, zeigt Paradoxien des Selbst und Anderen sowie Motive des Zusammen und Allein. Vierzehn Künstler*innen, davon zwei Künstler*innen-Duos, zeigen in Fotografie, Malerei, Collage, Objekt, Performance und Installation zeitgemäße Werke zwischen Isolation und Gemeinschaft.

Teilnehmende Künstler*innen:

benjamin appelt
brigitta hoeppner
didier bequillard
florian huber
franziska ostermann
katja staats
kerstin stephan
marcus korell
marie boiselle
monika hahn
patrick becker
sevil amini
TAMSJADI+SCHMIDT
TnT Art Colab

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 24. Februar 2019 jeweils Samstag und Sonntag sowie Montag und Dienstag von 18 bis 21 Uhr. Über abweichende Öffnungszeiten wird auf Fcebook oder auf der Homepage xpon-art.de informiert.

Benjamin Appelt zeigt Zeichnungen aus einer fortlaufenden Serie: „Köpfe und Körper aus Linienbündeln entstehen auf weitgehend freier Fläche. Weitere spärliche Elemente gliedern den Bildraum asymmetrisch, und scheinbar als Spielball unsichtbarer Kräfte werden die menschlichen Formen platziert – Ohnmacht und Einsamkeit scheinen zum Greifen nah zu sein. Bleistift auf Papier – mit diesen wenigen formalen Mitteln, fertigt Benjamin Appelt kraftvolle und ausdrucksstarke Zeichnungen. Gerade der Einsatz dieser reduzierten Technik, in virtuoser Weise umgesetzt, schafft die ungeheure Präsenz dieser Arbeiten.“ (Jens Lay 2019)

In der Malerei „untitled man" von Brigitta Hoeppner geht es um ratlose, einsame, den Veränderungen um sie herum verständnislos staunend gegenüberstehende Männer. Als einsamer Zaungast verschwimmen Wahrnehmung und Wirklichkeit. Hoeppners Blick beschreibt die Zerfaserung der modernen Welt, das fortschreitende Verschwinden ihrer vertrauten Strukturen.

In Didier Bequillards Videoarbeit „Watt“ begegnen wir einer poetischen Symphonie der gemEINSAMKEIT: “People are wandering without any goal on a beach while water is washed out by the tide, birds are flying relentlessly with no concern for the human being, sounds from the outer space are mixed with the ambient wind, nothing is in the landscape to refer as a place to go, only the bare strength of nature, wind, sun, water, and the succession of tides. In such a scenery where humans are in front of the sublime, is the erratic strolling of the body, alone or in group, a way to face the flight of time and space?”

Verhütung oder Empfängnis? Kunst, Karriere oder Kinder? In der Werkreihe „s(ein)“, aus der zum ersten Mal eine Arbeit gezeigt wird, beschäftigt sich Florian Huber mit Fragen über „Sein“ oder „Nicht-Sein“, getragen durch die Ungewissheit von Morgen und einer Verantwortung für die Nachwelt, die eigenen Lebensentwürfe und das Leben als Künstler reflektierend.

Franziska Ostermann zeigt im Rahmen von gemEINSAM ihre Doppelselbstportraits aus der Serie „FIRN“, in der die Paradoxie des gemeinsamen Selbst zu Tage tritt. Der Versuch die unzähligen Konstellationen des Ichs durch Fotografie darzustellen, ohne den färbenden Blick eines Anderen, führt zu einer zeitlichen wie räumlichen Verdoppelung.

Katja Staats Installation „C'mon: Talk!“ lädt uns dazu ein, Teil der Ausstellung zu werden. Unmerklich werden wir in einen kommunikativen Versuchsaufbau eingebunden, der sich einen Paten im Moment der Verschiebung gesucht hat. Zusammen und doch isoliert, spiegelt diese partizipative Installation die (Un)möglichkeiten und auch das absurde Moment der medialen Kommunikation wider.

Die Serie „LOST“ von Kerstin Stephan ist ein Spiel mit den Abbildungen menschlicher Körper, die in neuen Kontexten vom Beiwerk zur Attraktion werden und für sich allein agieren. Doch in der Summe der Collagen, in der der Einzelne verschwindet, wird die große Masse auf andere Weise wieder eingeholt.

Ein Hoch auf die, die unbeirrt an sich und ihren Idealen festhalten. An die einsamen Kleinode, deren Äußeres sich dem Klischee verweigert und deren Gedankenwelt sich im unbekümmerten Spiel verliert. Die beiden Portraits aus der Serie „Glück“ von Marcus Korell sind genau jener, seltener werdenden Art Mensch gewidmet.

Bedingen sich körperliche und emotionale Nähe? In der Malerei von Marie Boiselle begegnen sich zwei Darsteller aus verschiedenen Gruppenpornoszenen in einem neuen, gemeinsamen räumlichen Kontext. Boiselle gelingt es, die Akteure in ihrer intimen körperlichen Präsenz zugleich abwesend und separiert wirken zu lassen.

Anlässlich des 200. Geburtstag von Theodor Fontane widmet sich Monika Hahn in ihren Wandobjekten Fontanes Werk EFFIE BRIEST. Die Protagonistin Effie gerät darin durch gesellschaftliche Zwänge und einen militärischen Ehrenkodex in die Isolation. Die Objekte Hahns sind Illustrationen der Hauptpersonen, denen sie damit ein Denkmal setzt.

Gemeinsam einsam in der Leere der eigenen vier Wände: Patrick Becker zeigt Teile seiner Serie „intra muros – Forensik der Scheinbarkeit“, in der die Betrachter*innen mit Momentaufnahmen aus dem Alltag konfrontiert werden. Eine forensische Untersuchung in der „ZwEinsamkeit“ des Haushalts lädt uns selbst zur Spurensuche ein, um durch Obduktion scheintoter Konzepte andere Tathergänge hinter der Äußerlichkeit zu entdecken.

Die iranische Künstlerin Sevil Amini beschäftigte sich bereits während ihres Studiums in Italien mit dem Problem der Leere im Bild sowie mit den historischen und philosophischen Tendenzen, die Künstler*innen zu monochromer Malerei, Performances und immaterieller Kunst führen. In ihren Arbeiten verbindet die iranische Künstlerin diesen Charakter westlich-monochromer Malerei mit persischen Bildtraditionen. So kommt zum Beispiel Gold als sichtbares, wie auch als unsichtbares Element in ihren Bildern zum Einsatz.

Sinta Tamsjadi und Thomas Schmidt arbeiten seit 2014 als Künstler­Duo TAMSJADI+SCHMIDT zusammen. Ihre Arbeit ist Performance und Fotografie zugleich, indem sie sich selbst per Fernauslöser fotografieren. Sie fragen danach, woher wir kommen und wohin wir gehen und nutzen dafür (bisher) die Materialien Erde und Asche, Substanzen, die mit der Umwandlung vom Leben in den Tod verbunden sind. Für gemEINSAM zeigen sie die Arbeit „ALLEIN“ aus der Serie „EARTH“.

TnT Art Colab ist eine Kollaboration von Tina Berendsohn und Tommy Juergens, die sich zwischen experimentellem Pop Realismus und Streetart bewegt. Auf dem gemeinsamen Spielfeld des Experiments suchen und finden sie neue Wege in der Malerei. Das Miteinander in der Malerei ereignet sich in einem stetigen Wechsel der Leinwände, meist im Rahmen eines bestimmten Themas. Die entstehenden Bilder sind Spuren von Begegnungen, die lebendige Prozesse freisetzen.

Veranstaltungszeit: Sa-Di 18-21 Uhr

Quelle: www.facebook.com

Barrierefreiheit

Vor dem relativ engen Eingang sind Stufen, innen wenig Platz, und in den Ausstellungsraum im Keller gehen etliche Stufen, z.T. sogar ohne Geländer.
Die Hotline von Barrierefreies Hamburg informiert Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, wie sie Orte sicher erreichen können. Besetzt Mo-Do, 9-14 Uhr: 040 - 645 81 20 00

Behindertenparkplätze

200m Ein Parkplatz (Mo - Fr 8 - 15 h ) bei "Münzstraße 6"
250m Ein Parkplatz bei "Besenbinderhof 57"
300m Ein Parkplatz bei "Besenbinderhof 43"

Ort

xpon-art
Repsoldstraße 45
20097
Hamburg (Sankt Georg)

HVV Stationen

200m Repsoldstraße
200m Spaldingstraße
400m Hauptbahnhof/ZOB
450m Hauptbahnhof Süd
500m Albertstraße
500m HBF/Steintordamm
500m Lippeltstraße

Stadtrad-Station

200m Amsinckstraße - 32 Plätze
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