Das composer-performer Vokaltrio Generator (Berlin/Hamburg) widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 2021 der Erweiterung, Erforschung und Sichtbarmachung des Repertoires für Frauenstimmen in der zeitgenössischen Musik.
Im Zentrum der künstlerischen Arbeit steht die enge Zusammenarbeit mit Komponistinnen sowie die Entwicklung und Vermittlung innovativer vokaler Ausdrucksformen. Das Projekt „Femme, femme, femme armée“ entsteht im Rahmen einer Residenz der Kulturbehörde Hamburg im Bunker (5.–18. Oktober 2026) und markiert zugleich den ersten Auftritt des Ensembles in Hamburg.
In Kooperation mit der GEDOK Hamburg sowie der neuen Konzertreihe „female sonic feast“, initiiert von der Vokalperformerin und Triomitglied Frauke Aulbert, entwickelt Generator ein Programm, das sich ausschließlich Werken von Komponistinnen widmet und historische wie zeitgenössische Perspektiven miteinander in Beziehung setzt. Der Titel „Femme, femme, femme armée“ nimmt Bezug auf das bekannte Renaissance-Motiv „L’homme armé“ und formuliert eine bewusste feministische Umdeutung: Statt eines kriegerischen Symbols wird hier ein künstlerischer Aufruf zu Solidarität, Selbstermächtigung und kollektiver Stärke von Frauen in der Musik formuliert.
Das Konzertprogramm umfasst sowohl Werke, die bereits Teil des Repertoires des Trios sind und teilweise eigens für diese Besetzung entstanden, als auch neue Einstudierungen sowie zwei Uraufführungen von Hamburger Komponistinnen. Die Werke von Komponistinnen wie Kate Soper, Laurie Schwartz, Anna Korsun, Kristia Michael und Kari Besharse repräsentieren unterschiedliche ästhetische Ansätze der zeitgenössischen Vokalmusik und verlangen von den Interpretinnen ein breites Spektrum an klanglichen Differenzierungen, performativen Strategien und erweiterten Stimmtechniken. Ergänzt wird das Programm durch ein weiteres neues Vokaltrio der Komponistin und Sängerin Marcia Lemke-Kern, das eine lokale künstlerische Perspektive einbringt und zugleich eine Verbindung zur GEDOK Hamburg herstellt.
Eine historische Referenz bildet das Madrigal „Stavasi il mio bel sol“ von Maddalena Casulana (1544–1590), einer der ersten Komponistinnen, die ihre Werke selbst veröffentlichten und sich öffentlich gegen die strukturelle Abwertung von Frauen in der Musik wandten.
Beginn der Veranstaltung: 20:00 Uhr
Quelle:
gedokhamburg.de