Kulturlotse

Digitaler Kolonialismus - Lesung und Gespräch mit Ingo Dachwitz

Donnerstag, 9. Juli 2026
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Teil 5 der Reihe "Algorithmus & Alltag – KI verstehen, nutzen, hinterfragen" -

KI erscheint oft als eine Welt aus Algorithmen und Daten. Doch damit KI funktioniert, braucht sie Rohstoffe, Energie, Rechenzentren und Millionen Menschen, deren Arbeit meist unsichtbar bleibt.

Journalist und Autor Ingo Dachwitz wirft in seinem aktuellen Buch „Digitaler Kolonialismus“ einen Blick auf genau diese verborgene Seite der Digitalisierung. Darin zeigt er, wie wenige große Technologieunternehmen weltweit neue Abhängigkeiten schaffen und warum viele Menschen im Globalen Süden den Preis für unseren digitalen Komfort zahlen.

Seine These: Viele Mechanismen der digitalen Wirtschaft erinnern an historische Formen kolonialer Ausbeutung. Dachwitz zieht dabei Parallelen zwischen der Geschichte des Kolonialismus und heutigen globalen Lieferketten, Datenströmen und Arbeitsverhältnissen: Statt physisches Land einzunehmen, erobern die heutigen Kolonialherren den digitalen Raum. Statt nach Gold und Diamanten lassen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Rohstoffen graben, die wir für unsere Smartphones benötigen. Statt Sklaven beschäftigen sie Heere von Klickarbeiter*innen, die zu Niedriglöhnen in digitalen Sweatshops arbeiten, um soziale Netzwerke zu säubern oder vermeintlich Künstliche Intelligenz am Laufen zu halten.

Im Gespräch nach der Lesung wollen wir gemeinsam der Frage nachgehen, was diese Entwicklungen mit unserem Alltag zu tun haben, welche Rolle KI dabei spielt und wie eine gerechtere und demokratischere Digitalisierung aussehen könnte.

Im 5. Teil unserer Reihe geht es weniger um die politischen Ideologien hinter dem KI-Boom als um ihre materiellen Grundlagen: Wer stellt die Infrastruktur bereit, wer profitiert von ihr – und wer trägt die Kosten?

Referent: Ingo Dachwitz ist Journalist, Autor, arbeitet für Netzpolitik.org und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung, der Plattformökonomie und dem Umgang mit Daten. Sein Buch „Digitaler Kolonialismus“ wurde 2025 als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnet.

Wir bitten um Anmeldung unter dem folgenden Link: www.boell-hamburg.de

Moderation: Barbara Jung, AKTIVOLI-FreiwilligenAkademie

Veranstaltungszeit: 19:00 - 21:00 Uhr

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg mit der AKTIVOLI-FreiwilligenAkademie und dem betahaus Hamburg.

Quelle: calendar.boell.de

betahaus Hamburg
Eifflerstraße 43
22769
Hamburg (Altona-Altstadt)

200m Schulterblatt
300m Bernstorffstraße
450m Sternbrücke
500m U S Sternschanze
500m Weidenallee
550m Neuer Pferdemarkt
600m Sternschanze (Messe)

100m Schulterblatt / Eifflerstraße

150m Ein Parkplatz bei "Schulterblatt 92"
200m Ein Parkplatz bei "Schulterblatt 78"
300m Ein Parkplatz bei "Juliusstraße 2"

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