Es begann 1989 in der Aufbruchszeit von „Glasnost“ und „Perestrojka“. Es schien soviel möglich: vom Widerstand erzählen, den Opfern gedenken, in den Archiven die Geschichte erforschen, aufklären über die staatlichen Verbrechen in der Sowjetunion – und der Einsatz für Menschen- und Bürgerrechte.
Obgleich der Gedenkstein unweit des Hauptsitzes des russischen Geheimdienstes am Lubjanka-Platz noch steht, wurde das Rad der Geschichte längst zurückgedreht. Und das nicht nur in Russland: Offenbar haben alle gegenwärtig regierenden Autokraten ihren Orwell gelesen. Der schrieb schon 1948 in seinem Roman '1984': „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.“ Zwei Monate vor der russischen Invasion in die Ukraine hat das Putin-Regime MEMORIAL aufgelöst.
Ist nun alle widerständige Arbeit sinnlos und aus und vorbei? Nur, wenn wir uns am Schweigen beteiligen.
Wir von La Cumpaneia freuen uns über unsere beiden Gästinnen Katya, Archivarin und Leiterin der Digitalisierung des Moskauer Archivs von MEMORIAL, die von ihrer Arbeit berichten und mit uns diskutieren wird. Victoria übersetzt ins Deutsche.
Eine Veranstaltung von La Cumpaneia mit Gästen: Katya, Archivarin und Leiterin der Digitalisierung des Moskauer Archivs von MEMORIAL, und Victoria (Übersetzung aus dem Russischen).
Wort: Wiebke Johannsen
Bild: Dr. Birgit Kiupel
Musik: Melanie Mehring
* Wie immer Eintritt frei (Getränke gegen Spende)
Beginn der Veranstaltung: 19:30 Uhr (pünktlich; danach schließt die Tür)
Quelle:
www.schriften-johannsen.de